Freitag, 20. Mai 2011

Cancun und Weiterreise auf Isla Mujeres

Letzten Sonntag kamen wir in Cancun an und haben uns bewusst gegen die Hotelzone entschieden. Cancun ist zwar besonders dafür bekannt, wir wollten jedoch Abstand von den Touristenhochburgen nehmen. Stattdessen haben wir uns in einem Hostel in Cancun Downtown eingenistet und uns etwas die Innenstadt angeschaut, in der es allerdings nicht viel zu sehen gibt. Wir waren abends immer gut essen, hier gibt es viele Tacos-Stände und auch echt günstige Restaurants. So kannst du mit ein bisschen Glück schon für insgesamt unter 5€ zu Abend essen, inkl. einen Getränk für jeden! Und gut ist es auch noch und die Leute, super freundlich! 
An unserem zweiten Tag sind wir einfach etwas durch die Einkaufsstände geschlendert und kamen anschließend bei einem Restaurant vorbei, in dem eine Gruppe Backpacker, bzw. Rucksack-Touristen saßen - und wer gehörte da dazu!? Thorsten aus Partenstein, der Sohn des Arbeitskollegen meiner Mutter, der mit seinen Jungs zwei Wochen durch Yucatan reist! Ich hab zwar gewusst, dass sie auch irgendwo hier unterwegs sind, aber dass wir sie wirklich zufällig treffen, war ja nicht abzusehen! Zumal es auch nur dadurch zustande kam, dass wir eher aus Kuba abgereist sind, also wirklich Zufall pur! Sie sind dann weiter nach Playa del Carmen gereist, das ist auch unser nächstes Reiseziel. 
Wir sind dann nach Cancun allerdings zuerst nach Isla Mujeres, eine Insel östlich von Cancun, aufgebrochen. Am letzten Abend haben wir uns noch mit Laura getroffen, einer Freundin von Änni, die zur selben Zeit in Cancun unterwegs war. Auf der Dachterrasse haben wir einen schöenn Tag gemütlich ausklingen lassen. Am nächsten Morgen haben wir nach ausgiebugem Frühstück die nächste Fähre nach Isla Mujeres genommen. Diese Insel ist max. 500m breit und 7km lang, macht aber einen sehr gemütlichen und entspannten Eindruck. Dort haben wir dann im einzigen Hostel eingecheckt und befinden uns heute am letzten Tag. Seit Dienstag sind wir hier und haben vor allem den schönen Strand genossen, der per Fuss in 5 min zu erreichen ist, d.h. wir waren zweimal für jeweils ca. 30 min dort... ;) Gestern haben wir uns mit zwei anderen aus dem Hostel, einem Deutschen und einer Kanadierin ein Golf-kart gemietet, das ist neben dem Roller und dem Taxi das Hauptfortbewegungsmittel hier. Innerhalb von 30min bis du von Nord nach Süd gefahren, die Insel ist echt unglaublich klein. Zuerst haben wir Halt bei einer Schildkröten-Farm gemacht, die seltene Exemplare schützt und züchtet. Wir hatten einen sehr netten mexikanischen Arbeiter dort, der es uns gestattete, die größte der anwesenden Tortugas (= Schildkröte) auf dem Rücken, also dem Panzer zu kratzen. Mit den Fingernägel hin und her, die Schildkröte genoss es offensichtlich sehr und wollte gar nicht mehr weg. Sie kam dann auch immer dahin geschwommen, wo man den Finger (verbotenerweise) ins Wasser hielt. Die Tour ging weiter bis an die Südspitze, dort tummelten sich Leguane und andere Echsen in Scharen. Einige gute Aufnahmen konnten wir schießen, u.a. die hier:
Dann sind wir in einem kleinen Restaurant zu Mittagessen gegangen, Tacos und Fajitas kann man echt immer essen, es ist soo gut das mexikanische Essen! Dann wollten wir noch einen Strand suchen, an dem man etwas schwimmen konnte, doch entweder musste man bezahlen, da es innerhalb eines Resorts gelegen war, oder es war ein hässlicher Strand. Also fuhren wir mit dem Golf-Kart an die Nordspitze der Insel, Playa Norte. Nachdem einem kurzen Schnochelvergnügen und dem Erblicken eines einzigen Seesterns (!), wollten wir die Reise fortsetzen. Da die anderen beiden lieber noch etwas am Strand chillen wollten, hatten Änni und ich das Gefährt für uns alleine und noch gut eine Stunde Zeit. Wir fuhren noch einmal die Hälfte der Insel auf der Westseite herunter, um dann die Ostseite wieder Richtung Norden zu fahren. Dort fanden wir auch einige einsame, schön zwischen Klippen gelegene Strände, die richtig unberührt schienen. Da wir allerdings nicht mehr genug Zeit hatten, um dort zu verweilen, blieb es bei einem Foto und dabei, den Eindruck ins Gehirn aufzusaugen! Auch Änni konnte dieses Fahrzeig gut steuern, es fuhr ja auch nur max. 40 km/h - und es war meilenweit kein Garagentor in Sicht, in das man hätte hineinfahren können! :) 
Abends waren wir dann wieder Tacos essen, bevor wir uns an der Hostelbar noch das ein oder andere Bier zu Gemüte führten. Hier darf man übrigens während dem Fahren eines Golf-Karts Bier trinken und das nicht zu wenig. Es gibt extra Drive-Inns für Bier und Getränke und ein Corona kostet hier umgerechnet schlappe 70 Cent, da kann man auch mal eins mehr trinken... ;) Heute sind wir in ein (heruntergekommenes) Hotel gefahren, da dort angeblich einer der besten Schnorchelplätze ist. Es waren auch einige Fische zu sehen, doch gibt es wirklich besseres. Jetzt haben wir Hunger und begeben uns einmal auf die Suche nach Nahrung, vielleicht gibt´s hier irgendwo Fajitas - oder auch mal Tacos! :) Morgen heißt es dann auschecken und ab nach Playa del Carmen, mal sehen was da so geht! Bis dahin, hasta luego

Montag, 16. Mai 2011

All inclusive Varadero und Flug mit Yakovlev Yak-42

Es war genau das Beste, das wir machen konnten: eine Woche auf die richtig faule Haut legen und uns vom vielen Reisen erholen, wir brauchten quasi Urlaub vom Urlaub! Und dieser Bericht über Varadero wird kurz ausfallen, denn unser Tagesablauf sah folgendermaßen aus: aufstehen, frühstücken Strand, Meer, lesen, Mittagssnack, Meeer, Kaffee, Strand, lesen, Pool, duschen, Abendessen, Mojito, Fernsehen, schlafen, aufstehen... den Rest kennt ihr ja! Zwischendurch noch ab und zu Tretboot fahren oder Windsurfen ausprobieren, war ja alles im Preis dabei! 
Und dann war die Woche auch schon ruckzuck rum, ich hätte gerne noch mehr Mojito getrunken! :) 
Da wir unseren Flug nach Cancun, Mexiko, auf den heutigen 15. Mai vorverlegt hatten, hießen aufstehen, unser Bus hat uns um halb 3 nachts abgeholt, obwohl wir erst um 13 Uhr geflogen sind. Wir haben dann noch etwas vor dem Flughafen geschlafen, bevor dann das Abenteuer mit der guten alten sowjetischen Flugmaschine Yakovlev Yak-42 anstand. Alter Schwede, mit so einem Teil bin ich mein Lebtag noch nicht geflogen! Die sah wirklich noch aus wie aus dem Krieg! 
Was man ihr zu Gute halten muss: wir sind heil angekommen! Kurz vor der Landung passierte aber etwas, was man sich nicht wirklich wünscht: wir waren gerade im Landeanflug, da kam auf einmal Rauch unter meinen Sitz, bzw. aus den Lüftungsschächten meines Vordermannes hervor. Im ersten Moment dachten wir natürlich sofort "Scheiße, es brennt irgendwo!", doch dem war zum Glück nicht so... In diesem alten Maschinen kommt der Rauch zum Einsatz, um irgendwie einen Druckausgleich zu erzeugen und es sieht nur deshalb aus wie Rauch, weil verschiedene Lufttemperaturen aufeinander prallen. Aber jetzt stellt euch mal vor, wie es uns im ersten Moment ging, als da auf einmal Rauchschwaden im Flugzeug waren?! Der nette Herr nebenan hat uns dann aber aufgeklärt und somit war der Schock verflogen und wir konnten über das Ganze lachen! Mit dem Bus sind wir dann ins Hostel gefahren, waren zu Abend essen und schauen uns jetzt noch einen Film an, denn wir haben hier Internet und können dementsprechend auch bloggen! :) Bald gibt´s neues aus Cancun und den nachfolgenden Zielen, die wären: Isla Mujeres, Playa del Carmen, Cozumel und dann ab nach Tutlum, von wo aus wir Chichen Itza, Valladolid und die anderen Maya-Städte machen. Sollten wir noch Zeit haben werden wir auch evtl noch einen Abstecher nach Belize oder auch Guatemala machen - und wenn es uns so übermäßig gut gefällt, hängen wir die zwei gestrichenenen Kuba-Wochen hier dran! ;)

Donnerstag, 12. Mai 2011

Zigarrenfabrik, Havana Touribus und Ankunft in Varadero

Auf unserer Liste standen noch 3 Sachen, die wir in den verbleibenden Tagen in Havanna unbedingt machen wollten. Das waren die Fahrt mit dem Touribus, der angeblich die schönsten Plätze Havannas anfuhr, die Zigarrenfabrik Partagas, gleich bei uns um die Ecke, und zu guter Letzt das Museo de la revolucion, das Revolutionsmuseum. Doch fangen wir mal oben an:
Am letzten Donnerstag haben wir uns am Parque de central ein Ticket für den Touribus gekauft, 5 Pesos pro Person. Auf den vorbeifahrenden Bussen stand immer „best views of havana“, wir waren also guter Dinge, noch ein paar schöne Stadtteile und Plätze von der Hauptstadt Kubas zu Gesicht zu bekommen. Doch weit gefehlt! Der Großteil der Stadt ist und bleibt einfach alt und zerfallen und es gibt nur ganz wenige Ausnahmen, die nicht in dieses Bild passen. Das sind meist irgendwelche Paläste, Friedhöfe oder Statuen von ihren Göttern Jose Marti, Fidel Castro und natürlich Che Guevara. Wir wären auch gerne mal ausgestiegen, um euch mit Fotos von diesen schönen Stellen zu zeigen, doch leider hielt der Touribus nicht ganz was er versprach. Von dem Hop on – Hop off konnten wir keinen Gebrauch machen, denn entweder mussten wir in der Pampa austeigen, wo es meilenweit nichts zu sehen gab oder der Bus fuhr einfach an den Schauplätzen vorbei. Lediglich am Plaza de la revolucion wurde ein planmäßiger Stop gemacht, was uns allerdings nichts nutzte, da wir ja hier schon waren... ;) Wir waren dann auch froh, als wir nach knapp 2 Stunden wieder am Capitolio waren und uns entspannt aufs Bett fallen ließen. Abends haben wir in der Bar Monserrate gegessen und 2 deutsche Mädels kennengelernt, mit denen wir uns etwas über Kuba und sonstige wichtige Themen unterhalten haben. Wir verabredeten uns für den nächsten Abend im Los Nardos Restaurant, was sich für mich als glücklich herausstellen sollte, denn ich hatte was für die Heimat dabei und die beiden flogen am Sonntag heim. Aber wie kam ich an das Ding für die Heimat!? Es war Freitag und wir wollten die Zigarrenfabrik Partagas besichtigen, eine der ältesten Fabriken in Havanna. Die englischsprachige Tour dauerte rund 25 Min. und führte uns in die einzelnen Etagen, wo wir u.a. die Schüler bzw. Auszubildenden und die „Profis“ im Zigarrenrollen zu Gesicht bekamen. Ferner bekamen wir erklärt, aus welchen Bestandteilen eine Zigarre besteht und was den Unterschied zwischen guten und schlechten Zigarren ausmacht. Die Arbeiter dürfen während der Arbeitszeit auch so viel rauchen wie sie möchten und jeden Tag 3 Zigarren mit nach Hause nehmen. Leider ist es ihnen jedoch untersagt, im Herstellungsraum Ware zu verkaufen, ist ja auch logisch, denn wer bei uns verkauft sein Zeug schon da wo er arbeitet. Naja, die Kubaner sehen das jedenfalls nicht so eng, schließlich konnten sie mit dem Schwarz-Verkauf einiges für ihren Geldbeutel tun. So wurden mir auch innerhalb von 3 min (wir waren nur ca. 5 min in dem Hauptherstellungsraum) viermal Zigarren angeboten. Das ganze läuft dann so ab: sie legen die zu verkaufenden Zigarren an ihren Tischrand und zeigen dir schnell, wie viel sie dafür wollen. Meistens das 10 und 20 Pesos, dafür bekommt man dann 3 bzw. 6 Zigarren, allerdings weiß man dann die Marke nicht, denn in einer kubanischen Fabrik dürfen alle Marken (z.B. San Cristobal, Reloba, Monte Cristo und die wohl bekannteste und beste Cohiba) hergestellt werden, da die Namensrechte beim Staat liegen. Jedenfalls waren das unbeschriftete Zigarren, ich wusste also nicht was für ein Kraut ich da kauf und hab mich dementsprechend zurückgehalten. Auch, weil ich dachte, wir kommen noch in einen Raum, in dem die Zigarren die berühmten Holzkistchen verpackt werden, leider war das nicht der Fall. Die Führung war also zu Ende und ich stand ohne Zigarren da – und in der überteuerten Verkaufsstelle wollte ich mir keine kaufen. Doch dann sah ich ihn, den hartnäckigen, aber sehr netten Verkäufer. Er warf mir einen Blick aus dem oberen Stock zu, wir stranden gerade im Treppenhaus. Es war eindeutig, dass er mir etwas verkaufen wollte, und es war auch eindeutig, dass ich ein potentieller Käufer war! Er kam die Treppe herunter, ich stand mittlerweile als einziger in dem kleinen Vorraum, der Rest war schon gegangen. So wurden mir auch einige Blicke von Mitarbeitern zu teil, die aber anscheinend gewohnt waren, dass hier Geschäfte über die Bühne gehen. Der Verkäufer sagte blitzschnell „diez pesos“ (10 Pesos) und zeigte mir seine 4 (!) Zigarren (also eine mehr als gewöhnlich!). Wir wollten gerade den Tausch durchführen, da kam eine Frau von der Qualitätssicherung die Treppe herunter und erwischte uns. Der Verkäufer ging schnell zum Wasserhahn und trank, schickte mich ein wenig weg und ich ging folglich die nächste Treppe hinunter. Auf halben Weg, die Frau war hinter der nächsten Ecke verschwunden, kam der Zigarrenmann erneut auf mich zu, ich drückte ihm die 10 Pesos in die Hand, er mir die 4 Zigarren in meine Hosentasche. Während wir liefen, geschah das ganze, unglaublich schnell (und natürlich höchstprofessionell! :)). Wir wurden zwar von einem anderen Mitarbeiter gesehen, doch der wird wahrscheinlich einen Peso bekommen, damit er die Klappe hält. Schon sehr fragwürdig das ganze, v.a. wenn man bedenkt, dass sie für knapp 8€ ihren Job auf´s Spiel setzen. So viel können sie also nicht verdienen... Ich war ganz schön nass geschwitzt, als ich mit den Zigarren in der Hosentasche durch den Eingangsbereich gehen musste, hoffentlich sieht uns keiner oder hat irgendetwas gemerkt. Schweißgebadet kamen wir nach draußen und konnte die Ware bestaunen: 4 schöne, original Cohibas! Yeah, es hatte sich also gelohnt! :) Und diese Ware bekamen abends die beiden Mädels, die sie mit nach Deutschland nahmen und mittlerweile bestimmt schon in Richtung Heimat abgeschickt haben. Bei uns hätte es durchaus Probleme geben können mit der Einfuhr in die USA, das war also die beste Möglichkeit, denn bei 4 Zigarren bestand auch am deutschen Zoll keine Gefahr.Die Ware war also auf dem Weg nach Hause, ich hoffe sie ist auch noch da wenn wir kommen! :)
Am letzten Tag stand dann das Museum der Revolution an. Allerdings fühlten wir uns beide nicht wirklich gut, wir waren total kaputt, was natürlich an unseren Magenproblemen der letzten Woche lag. Wir schleppten uns also mehr oder weniger durch`s Museum, was aber dennoch interessant war. Leider stand fast alles nur aus Spanisch da, so dass wir uns oft keinen Reim machen konnten, was es denn jetzt mit den abgebildeten Sachen auf sich hatte. Nach dem wir noch Brot gekauft hatten, was unser Abendessen darstellen sollte, kamen wir völlig entkräftet in unserer Casa an. Ich hatte Angst, dass bei mir eine Grippe im Anmarsch ist, glücklicherweise kann ich das aus heutiger Sicht nicht bestätigen. Wir haben dann unsere Rucksäcke gepackt und uns recht bald schlafen gelegt, am nächsten Tag ging es ja in Richtung Varadero, dem Touristenabschnitt von Kuba weiter. Hier haben wir nach langem Suchen ein günstiges 4 Sterne Hotel gefunden, in dem wir jetzt für eine Woche bleiben, All inclusive versteht sich! Und ich kann euch nur sagen, dass es echt schön ist! Das Hotel liegt direkt am Strand, unser Bungalow nur auf der anderen Straßenseite. Großes, sauberes Zimmer, weißer feiner Sand und ein unglaublich schönes Meer. Kristallklares Wasser und türkisfarbenes Meer, der pure Wahnsinn! :) Hier werden wir es uns jetzt eine Woche gut gehen lassen, das brauchen wir! Sind jetzt seit 4 Monaten unterwegs und immer in Tour, hier machen wir jetzt gar nicht außer schlafen, essen, am Strand liegen, im Pool schwimmen und Cuba Libre trinken. Ist also wirklich nicht so ganz schlecht. Dann fliegen wir am Sonntag schon nach Mexiko, an Kuba ist uns etwas die Lust vergangen. Da wir aber die 2 Wochen nicht irgendwo dranhängen, weil es sonst zu lange wäre, verlegen wir einfach unsere Flüge und ja: wir kommen eher nach Hause! Ob das euch freut oder nicht, bleibt euch überlassen! Wir denken aber, das ist die bessere Entscheidung als 2 Wochen in Kuba abzusitzen und sich zu langweilen. Da wir auch an der Ostküste eine Woche streichen werden, wird es wahrscheinlich so Mitte/Ende Juli wenn wir wieder zu Hause sind! Einverstanden?! :)